Donnerstag, 6. November 2014

Lange ist es her seit dem letzten Posting!

Um die Seite nicht endgültig verfallen zu lassen war es an der Zeit wieder mal ein Update zu schreiben.
Was hat sich seit dem letzten Rennkilometer meiner Karriere im Herbst 2012 getan? Nun ja, ich bin trotz Radpension einige 1000 Kilometer mit viel Freude und Spaß am Rennrad und Mountainbike gefahren. Vielleicht hatte ich noch nie soviel Spaß am Rad wie seit dem Ende meiner Karriere?!
Meine 2. große Leidenschaft, der ich nun seit dem Ende meiner Karriere viel mehr Zeit widmen kann, ist das Bergsteigen und Klettern. Wie beim Radfahren kann man sich auch in dieser Sparte des Sports durch Training, Ehrgeiz und Erfahrung Ziele erfüllen und das wollte ich auch.
Ich liebe alle Sparten des Bergsteigens egal ob Sport- oder Alpinklettern, ob Schibergsteigen oder Freeriden, ob Winterbergsteigen oder Eisklettern.
Das Schöne ist, dass man immer wieder an neue Orte und einmalige Landschaften kommt, die unberührt und rein sind. Es geht nicht immer um Schwierigkeitsgrade oder Topleistungen, sondern um die Zeit, die man mit Freunden oder den Liebsten in der Natur verbringt. Das schönste Erlebnis in den vergangen 2 Jahren war aber kein Gipfelsieg, keine Bergtour oder Radtour sondern die Geburt meiner kleinen Tochter Emma. Wer so etwas erlebt, weiß von was ich spreche. Es einfach ein bewegter Moment und ein Wunderwerk der Natur. Seit Juli sind wir also zu dritt und ein weiterer neuer Lebensabschnitt hat somit begonnen.
Im Moment bin ich gerade am Schreiben meiner Bachelorarbeit (Der Einsatz von ausdauerspezifischen Training in der NMS :), und werde hoffentlich im Mai nächsten Jahres als NMS-Lehrer abschließen. Im Jänner geht es mit dem Schitourenteil bei der Berg und Schiführerausbildung weiter und ich hoffe, dass ich im Juni 2015 die Ausbildung erfolgreich abschließen kann.
Durch das Studium hatte ich in den letzten 2 Jahren Zeit intensiver in die Berge zu gehen. Und das habe ich auch ausgenützt.
Im Sommer war ich sehr oft in den Dolomiten und im Winter viel in den heimischen Bergen Schibergsteigen, Eisklettern und im vergangenen schneereichen Winter natürlich viel Freeriden.
Ich werde versuchen in den nächsten Monaten die Seite wieder aktueller zu gestalten und je nach Schnee oder Eislage Postings schreiben.

Hier ein paar Pics von Touren aus den vergangenen 2 Jahren.

zu dritt :)



Am Gipfel des Eiger


Ausstiegsrisse  Eiger Nordwand


Gipfel Matterhorn
"Die Naht" Matterhorn Nordwand

Granitklettern im Bergell
Dolomitenfels
Sonnenaufgang im Mont Blanc Gebiet (Eiscolouir Modica Noury)

Bahnhoff "Kleine Scheidegg" Eiger Nord
Felskurs Wilder Kaiser  Bergführerausbildung

Felskurs Wilder Kaiser  Bergführerausbildung
Matterhorn Gipfelgrat

Lieblingsplatz Steiner Alpen (Am Gipfel der Baba)


 Wilder Kaiser
 Cosmique Grat (Chamonix)
 Mont Blanc Überschreitung ; Brenvaflanke
 Matterhorn
 Glocknerwand Überschreitung
 Abstieg nach Hasse-Brandler (Große Zinne Nordwand)
 Pilastro Pfeiler (Tofana)
Sarcatal;  Arco
 Mordor und Supervisor



Valle Blanche

Montag, 14. Januar 2013

Montag, 8. Oktober 2012

Time to say goodbye!


Die meisten von euch haben sich sicherlich schon gewundert, warum ich meinen Blog nicht mehr aktualisiere. Nun, seit der Burgenland Rundfahrt hat sich in meinem Leben einiges getan und die paar Rennen, die ich seither gefahren bin, waren meiner Meinung keinen Blogeintrag wert .
Mein großes Ziel dieses Jahr war es, eine gute Leistung bei der Österreich Rundfahrt abzuliefern. Denn es war für mich immer ein Wehrmutstropfen in den  vergangenen Jahren, dass ich bei der Heimrundfahrt nie ein Ergebnis einfahren konnte.  Heuer aber konnte ich  mit meinen Leistungen bei der Ö-Tour (3x15 und 38. Gesamt) mehr als zufrieden sein.  Persönlich war ich damit mit mir im Reinen und holte das Beste ,was ich im Stande war zu leisten, aus mir heraus.

Die Überlegung das Rad an den berühmten Nagel zu hängen, war schon Ende des letzten Jahres  da.
Eine gute Performance bei der Ö-Tour abzuliefern war aber  mein Antrieb, im Jahr 2012 nochmals für ein Profiteam zu starten. Ich trainierte hart und gut, hatte eine konstante Form, musste aber meine eigenen Ambitionen meistens zurückstellen, da für den einen oder anderen Slowenen meine Arbeit benötigt wurde. Ich weiß wie Radsport funktioniert, und bin mir nicht zu schade, alles für den Kapitän zu geben. Trotzdem tut mir die verpasste Chance auf einen Sieg beim Radklassiker Wien-Lassnitzhöhe  heute noch weh, als mir die eigene Mannschaft hinterherfuhr.
Nichts desto trotz  war es ein schönes Jahr in einer gut organsierten Mannschaft.  Ich hatte viel Spaß, reiste noch ein bisschen herum und konnte das Leben als Radfahrer genießen.
Die Situation im heimischen, wie auch im internationalen Radgeschäft ist schlecht, sehr schlecht. In Österreich kann man es unterteilen in eine Zeit vor dem „Dopingskandal Kohl“ und danach.
Davor waren 2 Pro ContiTeams mit Vorarlberg und Elk, danach nur 5-6 Contiteams, wo nur wenige Fahrer so viel verdienen, dass Sie auch davon leben können.
Ich bin ein Typ, der immer weit in die Zukunft schaut und versucht zu planen. So war es auch, dass ich schon 2006, im Jahr der Heim WM, und da erinnere ich mich noch gut daran, sagte; „Das Jahr 2012 wird  -egal was kommt - mein letztes Jahr als Radprofi sein! Denn  Radfahren  kann man nicht ewig  in dieser Dimension“.
Und so ist es auch passiert!
Ich wollte schon letztes Jahr auf die Pädagogische Hochschule Kärnten gehen und mich für Mathe und Sport inskripieren, aber Radprofi  und Vollzeitstudium lassen sich nicht vereinbaren. Deshalb wurde es um ein Jahr verschoben. Stattdessen machte ich diesen Winter die Ausbildungen zum Landesskilehrer, Alpinlehrer,  Snowboardlehrer und Kletterübungsleiter.
Mit Kindern zu arbeiten hat mir immer Spaß gemacht, deshalb liegt es auch auf der Hand den Hauptschullehrberuf zu ergreifen.
Der schönste Grund aufzuhören, ist natürlich das Leben mit meiner Freundin in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Den ganzen September über spielte ich Handwerker und richtete unsere Wohnung in Völkermarkt ein.  Zwischen Radtraining und handwerken war ich auch oft im Turnsaal um  für die Aufnahmeprüfung an der PH zu trainieren. Reck, Barren, Kasten und Bodenturnen machten mir schwer zu schaffen. Schlussendlich war es aber kein Problem und mit übrig gebliebenen 4 weiteren Sportlern wurde ich für das Sportstudium aufgenommen.
Seit  1. September wohne ich gemeinsam mit meiner Denise in unserer Wohnung und seit 1. Oktober besuche ich wieder die Schule! Die erste Woche habe ich hinter mir, und es gefällt mir auch wirklich,  da ich auch die richtigen Leute neben mir sitzen habe.
Mein letztes Rennen bin ich mit der Bergmeisterschaft in Judenburg gefahren, danach wurde ich von unserem Team  nicht mehr selektioniert. Auf der einen  Seite bin ich darüber enttäuscht, auf der anderen Seite sollen die Jungen, die nächstes Jahr noch fahren, Erfahrungen sammeln. Obwohl ein Abschiedsrennen beim Münsterland Giro sicherlich schön gewesen wäre. 

Resümierend  über meine Karriere kann man sagen, dass ich stolz bin auf meine Leistung, egal was andere darüber denken oder sagen. Ich kann mein Gesicht im Spiegel sehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben  irgendetwas Verbotenes getan zu haben. Und darauf bin ich stolz. Dass ich es nicht an die absolute Spitze geschafft habe, obwohl ich vielleicht das Zeug gehabt hätte, habe ich wohl meiner Ehrlichkeit zu verdanken. Mehr will ich dazu nicht sagen.
Im Spitzensport wie auch in der Wirtschaft oder Politik muss man  um weiterzukommen sein Gewissen zu Hause lassen. Ausnahmen gibt es, aber die kann man auf einer Hand abzählen.
Trotzdem überwiegen die schönen Momente und Erinnerungen.
Meine erste WM in Verona 2004 als Junior vor unglaublicher Kulisse.
Die Heim WM 2006 in Salzburg, wo die 3 Dopingfälle in unserem U23 Team sicherlich meine ganze Karriere geprägt haben, denn da habe ich gesehen, dass man keinem trauen kann.
Der Doppelsieg mit meinen Freund Stefan Denifl beim Henniger Turm 2008, sowie die WM in Varese.
Mein einziger Profisieg, der Sieg bei der Burgenland Rundfahrt 2009.
Und natürlich meine 180 km Flucht bei der Profi WM 2009 in Mendrisio. Jeden einzelnen Kilometer werde ich nie vergessen. Für diese Momente habe ich ein Leben trainiert und die kann dir keiner nehmen.
Und natürlich der emotionale Etappensieg bei der Crocodile Trophy letztes Jahr!

Der Radsport war eine Lebensschule, ein Lebensabschnitt, der nun endet.
Danke an alle meine Förderer, Unterstützter, Sponsoren und Trainingspartner.
Vor allem dem  HRC Wolfsberg mit Obmann Franz Britzmann, der mein erster Verein war und
Reinhold Traußnig vom Retra Sport, wo ich mein erstes Rad bekam.

Der meisten Dank gilt aber natürlich meiner Familie und meinen Freunden. Ohne meiner Mutter und meinemVater, die mich immer unterstützt haben, mich zu den Rennen gebracht haben, oder spätnachts vom Flughafen todmüde abgeholt haben, ohne sie wäre ich nie so weit gekommen. Danke auch meinem Bruder ,der mich ebenfalls immer unterstützt hat und natürlich meiner Freundin, die so viel  Entbehrungen auf sich nahm und nie ein schlechtes Wort verlor, dass ich schon wieder so lange auf Reisen weg war.

Ich freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt, mit neuen Zielen und Erfahrungen. Das Rad an den Nagel hängen werde ich sicherlich nicht, denn Radfahren ist mein Leben. 10000 km werden es sicherlich jedes Jahr werden. Allerdings wird dann nicht mehr der Drang und das Muß  da sein  6 Stunden am Rad zu sitzen, sondern viel mehr gemütlich mit ein paar Freunden eine Runde zu drehen.
Am meisten aber freue ich mich, endlich mehr Zeit für meine große Leidenschaft, den Bergen zu haben. Egal ob Klettern, Schifahren, Schitouren, Eisklettern oder einfach nur Wandern. Ich will vieles noch sehen und erleben und die Vorfreude ist groß. Ich werde versuchen, euch über meine Tätigkeiten egal ob mit dem Rad, Bike, dem Kletterschuhen, Wanderschuhen,   den Skiern oder Eisgeräten auf dieser Seite auf dem Laufenden zu halten.
Danke für eure  vielen Anfeuerungsrufe am Straßenrand, sie haben immer geholfen!!

bis bald und man sieht sich
Euer christoph

Mittwoch, 22. August 2012

Heiße Burgenland Rundfahrt


Hallo zusammen!

 

Nach einer 2-wöchigen Rennpause ging es für mich am Samstag mit dem Kriterium in Deutschkreutz wieder zurück ins Renngeschehen. Der Kurs war technisch nicht leicht und auch der kleine Anstieg hinauf ins Ziel hatte es in sich. Ich wollte meine Beine wieder an das harte Renntempo gewöhnen und erstaunlicherweise fiel es mir gar nicht so schwer das hohe Tempo mitzugehen. Am Ende des mit 47 km/h Schnitt extrem schnellen Rennens wurde ich 13. Durch die schnellen Antritte spürte ich aber immer wieder ein Stechen und Ziehen in meinem rechten Oberschenkel. Dieses Leiden hatte ich schon einmal Mitte der Woche. Es ging dann aber wieder weg.
Am Tag darauf stand dann die traditionelle Burgenland Rundfahrt auf dem Programm. Doch nicht wie üblich über den schweren Geschriebenstein, Bernstein und den hügeligen Schlussrunden in Oberwart, sondern auf kleinen windanfälligen Bauernstraßen rund um Deutschkreutz. Schade, dass man dieses Rennen ins Niemandsland verlegt hat, denn an den Straßenrändern haben sich außer ein paar Hardcore keine Fans eingefunden. Das Rennen fing schnell an, mit zahlreichen Attacken. Die ersten Kilometer waren bei mir noch OK, nach einer Tempoverschärfung wo ich ziemlich ans Limit fahren musste, spürte ich aber wieder ein brutales Stechen und Ziehen in meiner rechten Oberschenkelmuskulatur. Ich dachte schon ans Aufgeben nach der ersten großen Runde. Nach gut 40 Kilometern ging eine Gruppe mit 7 Mann und jede Mannschaft hatte mindestens einen Fahrer mit dabei. Somit war das Rennen um den Tagessieg gegessen. Ich kämpfte mich schließlich mit der ersten großen Gruppe als 40. ins Ziel. Bei jedem Antritt hatte ich Schmerzen und so versuchte ich das ganze Rennen im Sattel zu fahren. Im Ziel war ich dann doch enttäuscht, schließlich war die Burgenland Rundfahrt das letzte große Rennen der Saison in Österreich. Doch mit den Problemen im Oberschenkel war heute bei mir nichts zu holen.
Ich hoffe, dass ich meine Probleme mit dem rechten Oberschenkel bis nächsten Sonntag in den Griff bekomme. Denn der Ötztaler ist schon sowieso eine sehr schmerzvolle Angelegenheit. 230 Kilometer und über 5500 Höhenmeter gilt es zu bewältigen. Doch bei hoffentlich schönen Wetter wird es eine einzigartige Erfahrung werden. Ein paar meiner Teamkollegen und ich werden als Guides für unseren Sponsor Ötztal an den Start gehen und versuchen die Atmosphäre des größten Radmarathons der Welt zu genießen :)

bis bald

christoph

 

Montag, 30. Juli 2012

Es geht wieder los!!

Hallo zusammen!








Die Tage nach der Österreich Rundfahrt nutzte ich um ein wenig zu entspannen und abzuschalten.
Zusammen mit meiner Freundin Denise fuhr ich vollgepackt durch Südtirol. Mit Bike, Klettersachen und Zelt fuhren wir von einem Ort zum nächsten. Nachdem das Wetter in Madonna di Campiglio nicht so schön war, fuhren wir gleich weiter zum Klettern und Biken in Sarcatal, das im Vorfeld des Garda Sees liegt. Am Vormittag gingen wir meistens biken und nach einer kurzen Abkühlung im eiskalten Sarcafluss, fuhren wir jeden Tag zu einem anderen der unzähligen Kletterfelsen.  2 Tage besuchten wir dann noch meine Freunde in Torbole am Garda See . Auch die traditionelle Tremallzo Bike Tour mit meinen Freunden stand wieder am Programm.
Aber noch nie in den vergangenen Jahren hatte ich ein so traumhaftes und warmes Wetter am fast 2000 Meter hohen Tremallzo und auch eine neue coole Downhill Strecke nach Preghasina konnte ich finden.
Nach den Tagen am Garda See fuhren wir ins wunderschöne Fassa Tal, in die Nähe von Val die Fiemme. Wir gingen in den Rosengarten, einer traumhaften Bergkulisse, klettern und konnten die ansonsten von Kletteren überrante Delagekante an den Valojettatürmen alleine klettern, da wir erst am späten Nachmittag in den knapp 200 Meter hohen Turm einstiegen. Nachdem wir den Bergsschrund dann runter rannten, erwischten wir pünktlich den letzten Bus ins Tal.
Das Fassa Tal begeisterte uns wirklich, ich war das letzte Mal als junger Radfahrer hier, hatte es aber nicht so schön in Erinnerung. Natürlich musste ich mit dem Bike auch die ganzen berühmten Pässe unsicher machen. Sella, Pordoi, Fedaia, San Pellegrinno, Rollo, wurden von mir bei traumhaften Wetter hochgeradelt. Meine Beine sind nach der Ö-Tour wirklich top. So machte es einfach Spaß, die unzähligen Hobbyfahrer zu überholen und mit ihnen Trainingsrennen zu machen. Meine Freundin fuhr währendessen ebenfalls mit dem Bike ihre Runden, und an den Nachmittagen trafen wir uns immer an den jeweiligen Pässen um dort zu klettern. Der Sella Pass ist eine geheime Empfehlung. Nach einem Tag in Cortina d´Ampezzo, wo uns leider das schlechte Wetter eine Strich durch die Rechnung machte und wir von den Falzereggotürmen wieder abseilen mussten, fuhren wir nach einem kurzen Zwischenstopp mit kleiner Biketour in Sexten, müde aber glücklich nach Hause.
Die letzte Woche stand dann die Kriteriumserie in Österreich auf dem Programm. Zuerst bei Regen in Wels, dann bei trockenen Wetter in Bischofshofen und am Samstag wieder bei Regen in St. Anton am Arlberg. Die Vormittage nutzte ich um mit meinen Teamkollegen Harry Totschnig in den jeweiligen Orten ein wenig zu trainieren und in Schwung zu bleiben. Besonders das Kriterium in Bischofshofen war mit knapp 350 Durchschnittswatt, eines der schwereren Sorte!
Am Sonntag um 7:00 Uhr in der Früh fuhren wir dann noch auf Wunsch des Tiroler Tourismusverbandes, den Arlberggiro. Einen 148 km langen Radmarathon über Arlbergpass, Silvretta Hochalpenstraße und wieder zurück nach St. Anton. Am Anfang hielt das Wetter, doch als wir über den Arlbergpass Richtung Bludenz fuhren, begann es fürchterlich zu regnen. Da wir ja außer Konkurrenz fuhren, überlegte ich mir Eingangs der Silvretta umzudrehen, doch  der Weg zurück war gleich weit, wie der Weg nach vorne. So fuhren ich und Totsch ein zügiges Tempo, dass uns nicht zu kalt wurde. Den einen oder anderen Amateurfahrer ließen wir davonziehen und erreichten durchnässt aber nicht erfroren das Ziel nach 4:15  Es war ein gutes Training bei schlechten Wetter zum Abschluss einer lustigen und schönen Woche durch Österreich.

Montag, 9. Juli 2012

Meine beste Tour!






Hallo zusammen!

Nach meinem langen Ritt am Donnerstag war ich ziemlich platt am Abend, mental und körperlich.
 Auf der einen Seite war ich glücklich und zufrieden mit meiner Leistung, auf der anderen Seite trauerte ich der Chance nach, eine bessere Platzierung einzufahren. Aber es war am Schlussanstieg trotz der vielen Anfeuerungen nicht mehr drin. Im Nachhinein fragt man sich immer:
Konntest du nicht noch ein bisschen mehr leiden und kämpfen? Aber wenn ich mir die Fotos vom Ziel anschaue, ist meine Antwort nein! Ich fuhr wirklich wie in Trance hoch, konnte mich danach an nichts mehr erinnern und war vollkommen blau! Das Problem wenn eine Gruppe erst nach 80 Kilometern geht, ist, dass es dann meistens nur noch  gute Fahrer in die Gruppe schaffen, und so war das dann auch.
 Die meisten meiner Fluchtkollegen waren beim Giro am Start und fuhren schon zahlreiche Top Ergebnisse bei internationalen Rennen ein. Also brauche ich mich nicht über den letzten Platz schämen!


Trotz der Leiden taten meine Beine am Tag danach nicht übermäßig weh. Ich hatte mich ziemlich gut erholt! Aber mir wir natürlich klar, dass es kein leichter Tag für mich werden würde. Durch Gespräche mit ein paar Locals im Feld  wusste ich, dass die Topografie im Roadbook nicht stimmte.
 Es war viel schlimmer. Den ganzen Tag ging es nur rauf und runter und es gab sehr viele Attacken. Ich hielt mich am Anfang ein bisschen zurück und wartete bis meine Beine "warm" wurden. Über die ersten Berge wurde voll gefahren, und das Feld war schon ziemlich dezimiert. Ich fühlte mich gut, und konnte das Tempo der Besten am 1.100 m hohen Wastl mitgehen. Vorne fuhren 10 Mann mit meinem Zimmerkollegen David Wöhrer, doch das Feld ließ sie nicht mehr als 2 min weg. Es war heiß und schwül. Erst nach 105 km herrschte ein bisschen Ruhe im Feld. Man merkte, jeder Fahrer inklusive mir, war gezeichnet von dem ständigen Auf und Ab im Mostviertel. Auf den schweren Schlussrunden in Melk wurden meine Beine witzigerweise immer besser. Ich fuhr in der letzten Runde mit der Spitze über den Berg! Leider kamen viele Fahrer und Sprinter in der Abfahrt wieder zurück. Und so kamen knapp 70 Leute zum Sprint in Melk. Da ich bei der ersten Zieldurchfahrt merkte, dass der Wind von vorne kam, wollte ich mit Schwung von hinten kommen und erst ganz spät in den Sprint eingreifen. Die Taktik ging fast auf. Mit 105 km/h schoss ich bei der Abfahrt mit viel Schwung von hinten nach vorne. Leider musste ich bei der 200 m Marke bremsen, da ein Fahrer vor mir die Lücke zu machte. Und so wurde ich als 2. bester Österreicher 16. Nicht schlecht, aber es wäre viel mehr drinnen gewesen.


Nach einer Nacht in Melk übersiedelten wir nach Podersdorf. 24 km Zeitfahren stand auf dem Programm. Ich fuhr meinen Rhythmus und einen 47er Schnitt. Ich  belegte mit rd. 3 min Rückstand Platz 80. Meinen 40. Gesamtplatz behielt ich aber.


Am Sonntag stand dann noch traditionell die Etappe nach Wien an. Wie immer sind am Anfang einige Attacken, denn jeder will sich bei den Runden rund um das Burgtheater in der Spitzengruppe präsentieren. Dass es aber fast bis Bruck an der Leitha dauern wird, bis man 3 Mann fahren ließ, dachte ich nicht. Danach war kurz Ruhe im Feld, bevor der Tempomat wieder auf 50 eingestellt wurde. Ich fühlte mich müde, die schwüle Hitze machte mir zu schaffen. Aber von Runde zu Runde in Wien ging es besser.
Position fahren kann ich ja, und als ich bei der 1000 Meter Marke eine gute Lücke im Feld sah, entschloss ich mich kurzfristig mitzusprinten. Ich hatte wieder eine gute Endgeschwindigkeit, wurde aber wieder eingeklemmt und so wurde es der 15. Rang. Nicht weit weg von den Topsprintern. Gesamt blieb alles beim Alten und so wurde ich 40. als 6. bester Österreicher. Aber die Gesamtwertung interessierte mich eher wenig, da ich mich dort ganz im Dienst von Jure gestellt habe und es schließlich egal ist ob man 40. oder 140 wird. Da wird eher der Tag am Sonntagberg in Erinnerung bleiben!
Der Höhepunkt der Radsaison ist vorbei und pünktlich zur Ö-Tour kehrten Form und vor allem Glück zu mir zurück. Es war eine super Woche  mit meinen Teamkollegen und Betreuern, die einen super Job gemacht haben. Ich hatte noch nie so viel Spaß abseits des Rades wie in dieser Woche.
Wir sind als Team eine super Tour gefahren, Jure wurde gesamt 14. und auch die jungen Fahrer setzten sich prima in Szene!
Jetzt freu mich aber erst einmal auf den Urlaub. Zuerst geht es ein paar Tage mit Denise nach Cortina, und danach geht es weiter,  wie jedes Jahr mit Freunden zum Biken und Klettern an den Garda See!
In der letzten Juli Woche sind dann  ein paar Einladungskriterien in Wels, Bischofshofen und St. Anton am Arlberg am Programm.
bis dahin
euer christoph